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PRAXISREIHE · BAND 2 · BEGLEITTEXT

Anhang A — Was du aus „Aufträge kommen nicht von allein” brauchst

Von Salih Daglar · Vollständiger Buchtext · etwa 12 Minuten Lesezeit

Alle Kapitel dieses Buches →

Dieser Anhang ist eine Werkzeugkiste, keine Zusammenfassung. Wer „Aufträge kommen nicht von allein” gelesen hat, überspringt ihn — dort steht alles Folgende mit Begründung, Beispiel und Gegenargument. Wer nur dieses Buch in der Hand hält, findet hier die Werte und Verfahren, die die Rechnungen ab Kapitel 10 stillschweigend voraussetzen: die sieben Begriffe, mit denen gerechnet wird, die Kennzahlen der drei Beispielbetriebe, das Planblatt mit dem Mindestdeckungsbeitrag, die Nachweismappe und die Sortierung deiner Leistungen. Ohne diese Werte sind die Kalkulationen dieses Buches nachlesbar, aber nicht nachrechenbar. Was fehlt, ist alles, was erklärt, warum es so gerechnet wird — das steht in „Aufträge kommen nicht von allein” und wird hier nur mit der Kapitelnummer benannt. Es ist eine Abkürzung, und sie ist als Abkürzung gemeint.

Vier Dinge stehen absichtlich nicht hier, weil sie in diesem Buch selbst stehen: die Objektaufnahme in sieben Blöcken samt Messliste und Stoppuhrmessung (Kapitel 9), die drei Prüfebenen für zulässige Kontaktwege (Kapitel 6), das Anfrageblatt und die Zeitwerte der Anfragephase (Kapitel 8) und die Kanalwahl mit Abbruchkriterium (Kapitel 1). Schlag dort nach, nicht hier.

A.1 Die Begriffe, mit denen in diesem Buch gerechnet wird

Aus „Aufträge kommen nicht von allein”, Kapitel 1. Sieben Begriffe, und jeder von ihnen wird im Alltag mit einem anderen verwechselt. Genau diese Verwechslungen sind der Grund, warum die Begriffe hier noch einmal stehen.

Umsatz ist die Summe deiner Nettorechnungen in einem Zeitraum, abzulesen im Rechnungsausgangsbuch. Er sagt nichts darüber, ob davon etwas übrig bleibt. Umsatz ist die einzige dieser Größen, die du fast immer erhöhen kannst — es gibt irgendwo immer einen Auftrag, den du bekommst, wenn du billig genug bist. Deshalb ist er das beliebteste und das unbrauchbarste Ziel.

Auslastung ist der Anteil deiner bezahlten Arbeitsstunden, der am Objekt abgerechnet wird — Zeiterfassung gegen Einsatzplan. Sie sagt nichts darüber, ob diese Stunden gut bezahlt sind. Verwechselt wird sie mit Rentabilität: Hohe Auslastung und schlechtes Ergebnis sind gleichzeitig möglich.

Deckungsbeitrag ist der Umsatz eines Objekts minus die Kosten, die nur dieses Objekt verursacht: Lohn der Einsatzkräfte, Material, Wege. Er sagt, was ein Auftrag zur Deckung deiner übrigen Kosten beiträgt. Er ist nicht dein Gewinn — das ist der Satz, auf dem die gesamte Kalkulation dieses Buches steht.

Gemeinkosten sind die Kosten, die auch anfallen, wenn kein einziges Objekt gereinigt wird: Büro, Versicherung, Software, Steuerberater, dein eigenes Gehalt.

Gewinn ist das Ergebnis nach allen Kosten, vor Steuern, abzulesen im Jahresabschluss und monatlich zu überschlagen. Er sagt nicht, wie viel du entnehmen kannst. Verwechselt wird er mit dem Deckungsbeitrag — und mit dem eigenen Gehalt.

Unternehmerlohn ist dein eigenes Gehalt, gerechnet als Kostenposition. Wer ihn nicht einrechnet, verwechselt sein Gehalt mit dem Ergebnis seines Betriebs. Und wenn du selbst mitreinigst, bist du in dieser Stunde Einsatzkraft und nicht Unternehmer: Deine Stunde gehört in die direkten Kosten, mit einem schriftlich festgelegten Wert, den du nicht laufend nach unten korrigierst.

Liquidität ist das Geld, das heute auf dem Konto ist — Kontoauszug. Sie sagt nicht, was dir zusteht, aber noch nicht da ist. Gewinn ist noch kein Geld; das ist die Verwechslung, die Betriebe mit vollen Auftragsbüchern am Monatsende zum Telefonieren zwingt.

Petra Novaks Monat, einmal durchgerechnet

Novak Gebäudeservice, Petra Novak, 41, Mannheim, 19 Beschäftigte, ist ein frei erfundener Beispielbetrieb. Alle folgenden Zahlen sind Modell — frei gewählte Annahmen zur Veranschaulichung des Rechenwegs, netto, Deutschland, bezogen auf einen Durchschnittsmonat, Stand Oktober 2026. Keine Branchenwerte, keine Preisempfehlung, keine Prognose. Die Kostenanteile von 68, 4 und 5 Prozent sind gesetzt, nicht gemessen.

Im Modelljahr 780.000 Euro Jahresumsatz netto, also 65.000 Euro im Monat netto. 61 Prozent davon, 39.650 Euro im Monat netto, kommen von einem Generalunternehmer; die übrigen 25.350 Euro im Monat netto verteilen sich auf eigene Kunden.

Position Anteil am Umsatz Betrag je Monat, netto
Umsatz 100 % 65.000 €
Lohn der Einsatzkräfte samt Arbeitgeberanteil und Ausfallzeiten 68 % − 44.200 €
Material, Maschinen, Verbrauch 4 % − 2.600 €
Fahrzeuge und Wege 5 % − 3.250 €
Deckungsbeitrag 23 % 14.950 €

An dieser Stelle hören viele Betriebe auf zu rechnen. Es geht aber weiter:

Position Betrag je Monat, netto
Büro und Verwaltung, eine Teilzeitkraft − 4.400 €
Raum, Versicherungen, Beiträge, Steuerberater − 2.100 €
Software, Telefon, Website, Portalgebühren − 600 €
Unternehmerlohn Petra Novak − 5.200 €
Gewinn vor Steuern 2.650 €

780.000 Euro Jahresumsatz netto, 31.800 Euro Jahresgewinn vor Steuern, 4,1 Prozent. Ohne den Unternehmerlohn als Kostenposition sähe es nach 7.850 Euro Gewinn im Monat aus — das ist die Verwechslung aus dem Abschnitt oben, in Zahlen.

Dazu drei Werte, auf die dieses Buch ebenfalls zurückgreift. Auslastung: Ihre 19 Beschäftigten kommen auf rund 2.100 bezahlte Arbeitsstunden im Monat, davon werden 1.850 an Objekten abgerechnet — 88 Prozent. Erlös: rechnerisch rund 35 Euro netto je abgerechneter Objektstunde, eine Modellgröße aus dieser Rechnung, kein Branchenpreis. Liquidität: Der Generalunternehmer zahlt 60 Tage nach Rechnungseingang, die direkten Personalkosten dieses Anteils liegen bei rund 27.000 Euro im Monat netto, also liegen zu jedem Zeitpunkt rund 81.000 Euro netto draußen — mehr als zweieinhalb Jahresgewinne.

Daraus folgt die Reihenfolge, in der du arbeitest: erst der Preis je Stunde, dann die Auslastung. Ein Betrieb, der zu billig verkauft, verschlimmert sein Problem mit jeder zusätzlich verkauften Stunde.

A.2 Die drei Beispielbetriebe

Aus „Aufträge kommen nicht von allein”, Kapitel 1 bis 8. Alle drei Betriebe sind frei erfunden. Sämtliche Zahlen sind Modell — gewählte Annahmen, netto, Deutschland, Stand Oktober 2026. Keine Branchenwerte, keine Preisempfehlung, keine Prognose für deinen Betrieb. Sie bleiben über alle Kapitel aller drei Bücher gleich, damit du Rechenwege vergleichen kannst.

Betrieb, Ort Lage Beschäftigte Verkaufbare Stunden
Dilan Acar, 34, Dresden nebenberuflich, keine Referenzen keine 8 h/Woche, davon 5 verkaufbar
Hoffmann Gebäudereinigung, Osnabrück, Andreas Hoffmann, 52 laufender Betrieb, 14 Objekte 6 Teilzeitkräfte rund 120 freie Einsatzstunden/Monat, davon 96 verkaufbar
Novak Gebäudeservice, Mannheim, Petra Novak, 41 etabliert, eigenes Lager, fester Großkunde 19 2.100 bezahlte, 1.850 abgerechnete Stunden/Monat
Betrieb Stundenwert, netto Zusagbare Kapazität Mindest-DB je Objektstunde Besonderheit
Acar 18,00 € eigener Stundenwert 17 Objektstunden/Monat 7,00 € Mindesterlös 25,50 €
Hoffmann rund 31 € Erlös je Objektstunde 80 Objektstunden/Monat 6,00 € 2 Jahre Portalgebühren ungeprüft
Novak rund 35 € Erlös je Objektstunde praktisch 0 ohne neue Kräfte 9,00 € 61 % Umsatz von einem Auftraggeber

Legende: „Stundenwert” ist bei Acar ihr selbst festgelegter eigener Stundenwert als Kostenposition, bei Hoffmann und Novak der Modellerlös je abgerechneter Objektstunde. „Mindest-DB” ist der Mindestdeckungsbeitrag je Objektstunde aus dem Planblatt, „Aufträge kommen nicht von allein”, Kapitel 8. Alle Werte Modell, netto.

Dilan Acar, 34, Dresden, nebenberuflich. Acht Stunden die Woche, davon fünf verkaufbar; nach Abzug einer Akquisestunde bleiben vier, im Monat rund 17 statt 21 Objektstunden. Keine Referenzen, Radius 15 Fahrradminuten, Wege rechnet sie deshalb mit null. Ihre direkten Kosten je Objektstunde: 18,00 Euro eigener Stundenwert plus 0,50 Euro Material = 18,50 Euro netto. Bei 7,00 Euro Mindestdeckungsbeitrag ergibt das einen Mindesterlös von 25,50 Euro netto je Objektstunde. Ihr Ziel aus „Aufträge kommen nicht von allein”: von null auf einen laufenden Vertrag mit mindestens acht Einsatzstunden im Monat. Frei erfunden, Zahlen gewählte Annahmen.

Andreas Hoffmann, 52, Osnabrück, sechs Teilzeitkräfte. Er hat das umgekehrte Problem: bezahlte Kapazität, die er nicht verkauft. 520 verkaufte Objektstunden im Monat, dazu rund 120 freie Einsatzstunden im Monat, davon 96 verkaufbar und 80 zusagbar (96 minus 16 Reserve). 14 Objekte, seit zwei Jahren Portalgebühren ohne Prüfung. Ziel: von 520 auf 560 verkaufte Objektstunden im Monat. Frei erfunden, Zahlen gewählte Annahmen.

Petra Novak, 41, Mannheim, 19 Beschäftigte. Durchgerechnet steht sie in A.1. Ihre Engstelle ist das Personal: Bei 88 Prozent Auslastung hat sie keine freie Kapazität, Feld 3 ihres Planblatts sagt null. Ihr Deckungsbeitrag liegt heute bei rund 8,08 Euro netto je Objektstunde, ihr Mindestwert bewusst darüber bei 9,00 Euro. Ziel: den Umsatzanteil des größten Auftraggebers von 61 auf 55 Prozent senken, was rund 7.100 Euro zusätzlichen Monatsumsatz netto von eigenen Kunden verlangt. Frei erfunden, Zahlen gewählte Annahmen.

A.3 Das Planblatt mit Abbruchkriterium

Aus „Aufträge kommen nicht von allein”, Kapitel 8. Das Planblatt ist ein Blatt Papier für 90 Tage, und es hat genau eine Aufgabe: deine Grenzen aufschreiben, solange sie nichts kosten. Ein Plan ohne Abbruchkriterium ist kein Plan, sondern eine Hoffnung mit Terminen. Für dieses Buch sind zwei seiner Felder unentbehrlich — der Mindestdeckungsbeitrag je Objektstunde, auf den sich Kapitel 10 und 12 berufen, und der eigene Stundenwert, der bei Soloarbeit in die direkten Kosten gehört.

Neun Felder stehen auf dem Blatt. Ein Ziel in einem Satz mit einer Zahl, und die Größe darf nicht „Umsatz” sein. Höchstens zwei Zielgruppen. Ein Radius in Fahrminuten zur Einsatzzeit. Die Wochenzeit für Akquise in Stunden, abgezogen von deiner verkaufbaren Zeit und nicht zusätzlich erfunden. Ein Akquisebudget in Euro für 90 Tage, laufende Kosten eingerechnet. Die zusagbare Kapazität in Objektstunden im Monat, nach Abzügen und Reserve — die Obergrenze dessen, was dein Plan gewinnen darf. Der Mindestdeckungsbeitrag in Euro je Objektstunde, die Grenze, unter der du nicht anbietest. Und zwei Abbruchkriterien, je Maßnahme eines, jedes mit drei Teilen: einer Zahl, einem Datum und einer Folge. Ohne Folge ist es kein Kriterium, sondern ein Seufzer. Der Prüftermin gehört in den Kalender, nicht auf das Blatt.

Hoffmanns ausgefüllte Fassung

Andreas Hoffmann, 52, Osnabrück, ist ein frei erfundener Beispielbetrieb: sechs Teilzeitkräfte, rund 120 freie Einsatzstunden im Monat, davon 96 verkaufbar und 80 zusagbar, seit zwei Jahren Portalgebühren. Alle Zahlen Modell, netto, Gebiet Osnabrück und Umgebung, Zeitraum 90 Tage, Stand Oktober 2026.

Feld Hoffmanns Eintrag
Ziel (ein Satz, eine Zahl) verkaufte Objektstunden von monatlich rund 520 auf 560
Zielgruppen (höchstens zwei) Hausverwaltungen, Gewerbeobjekte im Stadtgebiet
Radius 25 Fahrminuten zur Einsatzzeit, kein Objekt über 20 km
Wochenzeit Akquise 4,0 Stunden, davon 1,0 aus seiner eigenen Bürozeit
Akquisebudget, 90 Tage 900 € — davon 540 € laufende Portalgebühren
Kapazität zusagbar 80 Objektstunden im Monat (96 minus 16 Reserve)
Mindestdeckungsbeitrag 6,00 € je Objektstunde
Abbruchkriterium Portal unter 6 passenden Anfragen bis 31.12. → Kündigung zum Laufzeitende
Abbruchkriterium Anschreiben unter 3 Besichtigungen aus 30 Anschreiben bis 31.12. → stattdessen Begehung nach „Aufträge kommen nicht von allein”, Kapitel 5

Die Rechnung hinter dem Mindestwert, Modell, netto, je Objektstunde. Sein Stundenerlös liegt bei rund 31,00 Euro. Angesetzt sind 22,00 Euro Lohnkosten einschließlich Arbeitgeberanteil, 2,20 Euro Wege für eine dichte Tour und 0,80 Euro Material. Direkte Kosten also 25,00 Euro, Deckungsbeitrag 6,00 Euro je Objektstunde — und das ist gleichzeitig seine Untergrenze. Sein Ziel von 40 zusätzlichen Objektstunden im Monat bringt 40 × 6,00 Euro = 240 Euro Deckungsbeitrag im Monat netto; das Akquisebudget von 900 Euro ist damit nach rund dreieinhalb bis vier Monaten zurückverdient, wenn die Objekte bleiben. Die vier Akquisestunden je Woche sind rund 17 Stunden im Monat, bei 6,00 Euro also rund 100 Euro entgangener Deckungsbeitrag im Monat — sofern er diese Stunden überhaupt verkauft bekäme. Bei freier Kapazität ist Akquisezeit billig, bei voller Kapazität teuer.

Und eine Warnung, die Kapitel 10 nachrechnet: Diese 6,00 Euro sind keine Vollkostengrenze. Sie gelten für einen zusätzlichen Auftrag, der ohnehin bezahlte Leerzeit füllt und kurzfristig kündbar ist — nicht für einen Mehrjahresvertrag.

Das leere Blatt zum Nachbauen

Feld Mein Eintrag
Ziel (ein Satz, eine Zahl)
Zielgruppen (höchstens zwei)
Radius (Fahrminuten zur Einsatzzeit)
Wochenzeit Akquise (Stunden, abgezogen von …)
Akquisebudget 90 Tage (€, inkl. laufender Kosten)
Kapazität zusagbar (Objektstunden im Monat)
Mindestdeckungsbeitrag (€ je Objektstunde)
Abbruchkriterium 1 (Zahl, Datum, Folge)
Abbruchkriterium 2 (Zahl, Datum, Folge)
Prüftermin (Datum im Kalender)

Zwei Regeln zum Ausfüllen. Wo du etwas nicht weißt, schreib „weiß ich nicht” und eine Kapitelnummer daneben — ein Blatt mit drei Lücken und sieben Zahlen ist brauchbar, ein Blatt mit zehn geschätzten Zahlen nicht. Und der Prüftermin steht im Kalender: Ein Termin, den niemand stellt, findet nicht statt. Jede Zahl bekommt Einheit, Zeitraum und Gebiet.

A.4 Die Nachweise, die du vorhältst

Aus „Aufträge kommen nicht von allein”, Kapitel 9, weil in diesem Buch Kunden im Besichtigungstermin danach fragen und weil „Vom Auftrag zum Unternehmen”, Kapitel 4 bei der Eignungsprüfung darauf zugreift. Nur die Liste:

Nachweis Woher Ab wann du ihn brauchst
Gewerbeanmeldung, Eintrag in die Handwerksrolle Gewerbeamt, Handwerkskammer ab dem ersten Auftrag
Haftpflichtbestätigung mit Deckungssummen dein Versicherer ab dem ersten Auftrag
Unbedenklichkeitsbescheinigung Finanzamt Finanzamt ab Gewerbekunden
Unbedenklichkeitsbescheinigung Berufsgenossenschaft BG BAU ab der ersten Beschäftigten
Führungszeugnis, Verschwiegenheitserklärung, Freistellungsbescheinigung Bürgeramt, eigene Vorlage, Finanzamt je nach Kundengruppe

Dazu drei Zahlen, die kein Papier sind, aber in derselben Mappe liegen: die Deckungssumme deiner Schlüsselverlustdeckung als eigene Position im Versicherungsschein, verglichen mit dem größten betreuten Objekt; die Angabe, ob Tätigkeits- und Obhutsschäden eingeschlossen sind; und die Meldekette bei Schlüsselverlust mit zwei Fristen — zwei Stunden an dich, 24 Stunden an den Auftraggeber. Jedes Papier bekommt ein Ausstellungsdatum und einen Wiedervorlagetermin; Unbedenklichkeitsbescheinigungen sind nach einigen Monaten wertlos, und genau dann fragt jemand danach.

A.5 Die drei Schubladen

Aus „Aufträge kommen nicht von allein”, Kapitel 4, weil Kapitel 11 dieses Buches den Leser für seine Ausschlussliste hierher schickt. Sortiere deine Leistungen schriftlich in drei Schubladen. Schublade 1, Kernleistung: eine, höchstens zwei Leistungen, die du wiederholbar anbietest und für die du einen Preis nennen kannst, ohne nachzudenken — bei den meisten kleinen Betrieben Unterhalts- und Treppenhausreinigung. Schublade 2, Randleistung: was du kannst, aber nicht jede Woche machst, mit eigenem Preis, eigenem Termin und keiner Zusage am Telefon; im Zweifel nur mit Partner. Schublade 3, Nichtleistung: alles, was Qualifikation, Zulassung, Schutzausrüstung, Versicherungsschutz oder Technik verlangt, die du nicht hast — benannt und begründet, denn bei einigen dieser Arbeiten ist eine Fehleinschätzung kein Reklamationsfall, sondern ein Unfall.

Dazu der Satz, den Kapitel 11 in die Ausschlüsse übernimmt: „Für die ausgeschlossenen Leistungen nenne ich Ihnen gern zwei Betriebe.” Eine Grenze, die du nennst, wirkt geprüft. Eine Grenze, die du verschweigst, wird zur Reklamation.

Das waren Arbeitswerte, keine Argumente: Zahlen, Felder und Reihenfolgen, mit denen du ab Kapitel 10 rechnen kannst, ohne vorher „Aufträge kommen nicht von allein” zu lesen. Die Begründungen stehen dort — die Begriffe und Novaks Durchrechnung in „Aufträge kommen nicht von allein”, Kapitel 1, die drei Schubladen und die verkaufbaren Stunden in Kapitel 4, Radius und Wegekosten in Kapitel 5, das Planblatt mit Abbruchkriterium in Kapitel 8, Nachweise, Versicherungslücken und Referenzen in Kapitel 9. Was in diesem Buch selbst steht, findest du in Kapitel 1 (Trichter und Kanalwahl), Kapitel 6 (Kontaktwege mit drei Prüfebenen), Kapitel 8 (Anfrageblatt und Zeitwerte der Anfragephase) und Kapitel 9 (Objektaufnahme und Stoppuhrmessung).

Stand 7. Oktober 2026. Alle Zahlen der drei Beispielbetriebe sind Modell — frei gewählte Annahmen, netto, Deutschland. Keine Branchenwerte, keine Preisempfehlung, keine Prognose und keine Zusage auf Aufträge, Umsatz oder Einkommen. Allgemeine Orientierung, keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.

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