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PRAXISREIHE · BAND 4 · KAPITEL 1

1 — Schmutz, und was ihn löst

Von Salih Daglar · Vollständiger Buchtext · etwa 18 Minuten Lesezeit

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Die Frage dieses Kapitels: Warum geht derselbe Schmutz mit dem einen Mittel in zehn Sekunden weg — und mit dem anderen auch nach einer halben Stunde Schrubben nicht?

Die Reklamation, die mich das zum ersten Mal gelehrt hat, kam aus einem Treppenhaus. Ein grauer, stumpfer Schleier über dem ganzen Belag, am stärksten dort, wo am häufigsten gewischt worden war. Die Kraft, die dort gearbeitet hatte, war nicht faul gewesen. Sie hatte das Gegenteil getan: Weil der Boden nicht glänzte, hatte sie mehr Mittel in den Eimer gegeben, und weil er davon auch nicht glänzte, noch mehr. Sie hatte mit vollem Einsatz einen Schaden gebaut. Das ist der Punkt, an dem dieses Buch anfängt: Fleiß ersetzt keine Zuordnung. Wer nicht weiß, welche Art Schmutz vor ihm liegt, kann beliebig lange arbeiten und macht es dabei schlimmer.

Die vier Hebel

Das Gewerbe hat für diese Frage ein Denkwerkzeug, und es ist fast siebzig Jahre alt. Es heißt Sinnerscher Kreis oder Reinigungskreis nach Sinner, benannt nach dem Chemiker Herbert Sinner.1 Sinner war Tensidchemiker und leitete die Waschmittel-Anwendungstechnik bei Henkel; die Originalpublikation, auf die das Modell zurückgeführt wird, stammt aus dem Jahr 1960 und hat für dieses Kapitel nicht vorgelegen.2

Bevor es inhaltlich wird, eine Einordnung, die zu diesem Buch gehört: Der Sinnersche Kreis ist keine Norm. Er steht nicht in der Ausbildungsverordnung für Gebäudereiniger, nicht in der DGUV Regel zum Umgang mit Reinigungs- und Pflegemitteln und nicht im amtlichen Berufsschul-Arbeitsmaterial.3 Belegen lässt er sich über Hersteller- und Schulungsliteratur, und die ist in diesem Fall fachlich sauber und untereinander übereinstimmend.4 Mehr Verbindlichkeit sollte ihm niemand zuschreiben. Er ist ein Denkmodell, kein Regelwerk — und als Denkmodell ist er das Beste, was es gibt.

Der Kreis enthält vier Grundfaktoren. In der Schulungsliteratur von Kärcher sind sie so beschrieben:5

Zeit heißt bei der Bodenreinigung „Einwirkzeit und/oder Bearbeitungszeit”. Also: wie lange das Mittel auf dem Schmutz liegt, und wie lange du mit dem Gerät darüber gehst.

Mechanik ist „die Kraft, die zum Lösen einer Verschmutzung nötig ist”. Das ist der Druck auf dem Pad, das Bürsten, das Reiben, der Zug am Abzieher.

Chemie ist das Mittel und seine Konzentration. Ihre Aufgabe ist, Verschmutzungen angreifbar zu machen, die Wasser allein nicht löst: Fett und Öl werden emulgiert, Pigmentschmutz wird dispergiert — also in feinste Teilchen zerlegt und in der Flotte in Schwebe gehalten, damit er sich nicht wieder absetzt.

Temperatur ist das warme Wasser. „Durch warmes bzw. heißes Wasser lassen sich ölige, fettige oder wachshaltige Verschmutzungen besser lösen.”

Und jetzt der Satz, um den es eigentlich geht: Der Kreis bleibt immer geschlossen. Wenn einer oder zwei der vier Faktoren vergrößert werden, verkleinern sich automatisch die anderen — und umgekehrt: Wer einen Faktor senkt, muss einen anderen erhöhen, sonst sinkt das Ergebnis.6 Dieselbe Aussage findet sich in der Schulungsliteratur eines zweiten Herstellers, dort am Beispiel formuliert: Eine Reduzierung der Temperatur lässt sich durch eine Verlängerung der Zeit ausgleichen.7

Das ist der ganze Trick, und er ist in beide Richtungen brauchbar. Du hast keine Zeit, weil das Objekt um sieben Uhr geöffnet wird? Dann brauchst du mehr Mechanik oder mehr Chemie. Du darfst keine stärkere Chemie nehmen, weil der Belag sie nicht verträgt? Dann brauchst du mehr Zeit oder mehr Mechanik. Du hast nur kaltes Wasser? Dann steigt der Bedarf an den anderen drei.

Wo das Modell aufhört

Der Kreis sagt, dass du tauschen kannst. Er sagt nicht, dass du jeden Faktor beliebig hochdrehen darfst. Jeder der vier hat eine harte Obergrenze, und die kommt nicht aus dem Modell, sondern aus dem Belag, aus dem Produkt oder aus dem Recht.

Temperatur: Enzymreiniger wirken optimal „bei etwa 40 bis 60 °C” — in kaltem Wasser wirken sie schlecht.8 Gleichzeitig verlangt die DGUV Regel 101-019, Gebrauchslösungen „grundsätzlich” mit kaltem Wasser anzusetzen.9 Das ist ein echter Zielkonflikt, und die Recherche für dieses Buch hat keine Quelle gefunden, die ihn auflöst — er bleibt hier als offener Punkt stehen. Nach oben begrenzen außerdem die Beläge: Auf Laminat ist der Dampfreiniger vom Hersteller ausdrücklich verboten.10

Mechanik: Auf Laminat sind abrasiv wirkende Mikrofasertücher nicht zu verwenden. Und beim Polieren gilt die Einschränkung aus den Vergabeunterlagen: „Die Trittsicherheit darf dabei nicht sinken.”11

Chemie: Die Grenze setzt der Belagshersteller, nicht das Reinigerdatenblatt. Für Linoleum nennen Forbo und Tarkett übereinstimmend Mittel mit pH unter 9; Tarkett schreibt ausdrücklich, dass alkalische Reiniger mit pH über 9,0 Linoleum angreifen.12 Mehr dazu im Kapitel über den pH-Wert und im Schadenskatalog.

Zeit: Bei Desinfektionsmitteln ist die Einwirkzeit keine Stellschraube. Eine Listung gilt immer nur für eine bestimmte Konzentration und eine bestimmte Einwirkzeit; wer die Zeit verkürzt, arbeitet außerhalb der geprüften Bedingungen, und eine Abweichung verengt das Wirkspektrum.13 Hier ist der Kreis gesperrt: Zeit gegen Chemie zu tauschen ist bei der Desinfektion nicht erlaubt.

Abbildung zum Kapitel 1 — Schmutz, und was ihn löst

Welche Schmutzarten es gibt

Hier muss ich etwas offenlegen. Die Ausbildungsverordnung für Gebäudereiniger verlangt vom Auszubildenden, „Arten der Oberflächenverschmutzungen festzustellen” — sie zählt diese Arten aber nicht auf.14 Das amtliche Berufsschul-Arbeitsmaterial Sachsens verlangt in mehreren Lernfeldern, „Verschmutzungsarten und deren Anhaftung” zu unterscheiden, und nennt ebenfalls keine Liste.15 Es gibt also keine amtliche Systematik der Schmutzarten. Die folgende Einteilung ist aus den Verfahrensdefinitionen der Vergabeunterlagen und aus der Herstellerliteratur zusammengetragen; sie ist Fachkonvention, keine Norm.

Lose aufliegender Schmutz. Sand, Staub, Krümel, Papier. Die Vergabedefinitionen unterscheiden hier Grobschmutz — das, was Besen, Bürste oder Kehrwalze aufnehmen — und Feinschmutz, den die trockenen oder nebelfeuchten Textilien binden.16 Lose Verschmutzung braucht fast nur Mechanik. Chemie bringt hier nichts, Wasser macht es sogar schlechter: Aus losem Sand und Wasser wird Schlamm, der in die Fugen läuft. Deshalb steht in der Definition des Nasswischens der Satz, dass vorher aufliegender Schmutz entfernt werden sollte.17

Haftender Schmutz. Das ist alles, was nicht mehr von allein mitkommt. Die Definitionen sagen es nüchtern: Beim Saugen „bleibt haftender Schmutz oft zurück”, beim staubbindenden Wischen „bleibt haftender Schmutz”, und das Nasswischen ist ausdrücklich das Verfahren gegen haftenden Schmutz.18 Hier braucht es Wasser plus Chemie plus Mechanik — und genau hier wird der Sinnersche Kreis zum ersten Mal praktisch, weil du drei Hebel hast und entscheiden musst, welchen du hochdrehst.

Fettiger und öliger Schmutz. Küchen, Kantinen, Werkstätten, Türgriffe, Handläufe. Zwei Hebel greifen: Temperatur, weil warmes Wasser ölige, fettige und wachshaltige Verschmutzungen besser löst, und Chemie, weil Tenside sie emulgieren.19 Tenside senken die Oberflächenspannung des Wassers und lösen schlecht wasserlösliche Verschmutzungen wie Fett, weil sie aus einem wasserliebenden und einem fettliebenden Teil bestehen.20

Eiweißhaltiger Schmutz. Blut, Sekrete, Speisereste, Erbrochenes. Hier ist die Quellenlage dünn, und das sage ich lieber, als es zu füllen: Die eingesehene Schulungsliteratur führt Eiweiß nicht als eigene Schmutzart. Belegbar sind zwei Dinge. Erstens: Proteasen spalten Eiweiß, sodass es sich leichter ablösen lässt.21 Zweitens, und das ist der wichtigere Punkt: Organisches Material — Blut, Eiter, seröse Flüssigkeit — reduziert die Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln. Das ist der Eiweißfehler, und deshalb hat Desinfektion drei Phasen: Reinigung, Spülen, dann die Desinfektion selbst.22 Bei sichtbarem Material wird zuerst mit einem in Desinfektionslösung getränkten Tuch aufgenommen, und dieses Tuch wird verworfen.23

Mineralischer Schmutz und Kalk. Kalkschleier auf dunklen Fliesen, Zementschleier nach dem Verfugen, Kalkseife aus Duschgel und hartem Wasser, Urinstein, Rost.24 Dieser Schmutz geht nicht alkalisch weg, und er geht auch nicht mit Mechanik weg — er braucht Säure. Die DGUV Regel 101-019 formuliert es knapp: „Sanitärreiniger sind saure Reinigungsmittel”, und sie entfernen mineralische Verschmutzungen wie Kalk, Urinstein und Rost.25 Das ist einer der wenigen Punkte, an dem die Lehrformel berufsgenossenschaftlich gedeckt ist.

Pigmentierter Schmutz. Ruß, Graphit, Toner, abgelaufener Gummi, Absatzstriche. Pigmentschmutz wird dispergiert, also in Schwebe gehalten. Absatzstriche und Gehspuren sind der Sonderfall, der nicht gelöst, sondern abgetragen wird: Dafür ist das Polieren mit Bürste oder Pad gedacht.26 Wer Absatzstriche mit mehr Mittel bekämpft, erhöht den falschen Faktor.

Beläge und Filme. Das ist die Schmutzart, die der Betrieb selbst erzeugt. Vergrauung ist eine Schicht „aus Schmutz und Reinigungsmittel”, die durch falsche Reinigung entsteht, etwa mit zu viel Reinigungsmittel; durch Überdosierung von Wischpflegemitteln baut sich beim Nasswischen eine Schicht auf. Gegen abgenutzte Pflegefilme sind Grundreiniger gemacht — „Grundreiniger sind alkalische Reinigungsmittel” mit hohem pH-Wert.27 Genau das war der graue Schleier aus dem Treppenhaus am Anfang dieses Kapitels: keine Verschmutzung von außen, sondern eine selbstgebaute.

Schmutzart Hebel, der greift Hebel, der nichts bringt
lose aufliegend Mechanik (trocken) Chemie, Wasser
haftend Chemie + Mechanik + Zeit Trockenverfahren
fettig, ölig, wachshaltig Temperatur + Chemie (Tenside) Säure
eiweißhaltig Reinigung vor Desinfektion; Enzyme Desinfektion ohne Vorreinigung
mineralisch, Kalk Chemie: sauer alkalisch, mehr Mechanik
pigmentiert Chemie (dispergieren); Absatzstriche: Mechanik mehr Dosierung
Beläge und Filme Chemie: alkalischer Grundreiniger Unterhaltsreiniger, mehr Dosierung

Abbildung zum Kapitel 1 — Schmutz, und was ihn löst

Die Kernthese: fast jeder Fehler ist ein Zuordnungsfehler

Die Kette ist immer dieselbe. Das falsche Mittel wirkt nicht — also wird nachdosiert und nachgewischt. Dass häufig überdosiert wird, hält die DGUV Regel 108-003 ausdrücklich fest.28 Das falsche Mittel zerstört den Belag: „Reinigungsverfahren und Reinigungsmittel müssen auf den Bodenbelag abgestimmt sein”, und Überdosierung kann zu Schäden an Oberflächen führen.29 Das falsche Mittel erzeugt Rutschgefahr: Bei rutschhemmenden Pflegemitteln ist präzise Dosierung Voraussetzung für die rutschhemmende Wirkung, und durch Nässe verlieren sie diese Wirkung und machen den Boden „glatter als ohne Pflegemittel”. Und das falsche Mittel erzeugt die gefährliche Kombination: Wer mit dem sauren Sanitärreiniger nicht weiterkommt und etwas Stärkeres nachgießt, landet bei dem Fall, den die Berufsgenossenschaft am härtesten formuliert — Reinigungsmittel nie mischen und nicht nacheinander verwenden, weil schon kleine, in der Luft schwebende Partikel von Chlorreiniger und Säure miteinander reagieren.30

Die zweite Hälfte der These ist der Tauschfehler. Fehlende Zeit lässt sich nach dem Sinnerschen Kreis durch Chemie ersetzen — aber nur innerhalb der Grenzen des Belags und des Produkts. In der Praxis wird dieser Tausch fast immer in genau einer Richtung gemacht: Zeit raus, Chemie rein. Das ist der betriebswirtschaftlich naheliegende und fachlich schlechteste Weg, weil die Chemie als einziger der vier Faktoren den Belag und die Haut angreift. Tenside bewirken eine Entfettung der Haut.31 Mechanik und Zeit tun das nicht.

Als Inhaber: Die Zuordnung Schmutzart → Mittel ist nicht nur Fachkunde, sie ist eine Pflicht. § 7 Abs. 3 der Gefahrstoffverordnung verlangt, gefährlichere Stoffe durch weniger gefährliche zu ersetzen — und das kann nur beurteilen, wer weiß, welche Schmutzart welches Mittel braucht. Die DGUV Regel 101-019 operationalisiert das über den GISCODE und empfiehlt, „bei gleichem Wirkungsumfang das Mittel mit dem geringeren gesundheitlichen Risiko zu wählen”.32 Der GISCODE fasst Produkte mit vergleichbaren Gefährdungen zu Gruppen zusammen, sodass nicht für jedes Produkt eine eigene Betriebsanweisung nötig ist; bei dreißig Produkten ist das der Unterschied zwischen dreißig Betriebsanweisungen und einer Handvoll.33 Praktisch heißt das: Du schuldest deinen Leuten eine Liste, auf der steht, welches deiner Mittel für welche Schmutzart und welchen Belag da ist — und eine Unterweisung dazu. Die vollständigen Gefahrstoffpflichten stehen im Gefahrstoffkapitel dieses Buches.

Die typische Fehlentscheidung

Sie lautet: „Es ist nicht sauber geworden, also nehmen wir mehr.” Das ist in drei von vier Fällen die falsche Antwort, weil der Fehler nicht in der Menge, sondern in der Zuordnung liegt. Die richtige erste Frage ist nicht „wie viel”, sondern „was für Schmutz ist das”. Erst danach kommt die zweite Frage: Welchen der vier Faktoren kann ich hier überhaupt erhöhen, ohne den Belag, die Trittsicherheit oder die Haut meiner Leute zu beschädigen? In dem Treppenhaus wäre die Antwort gewesen: keinen davon. Der Boden brauchte keine Unterhaltsreinigung mehr, sondern eine Grundreinigung — das Thema des nächsten Kapitels.

Abbildung zum Kapitel 1 — Schmutz, und was ihn löst

Deine nächste Aufgabe

  1. Heute, 20 Minuten. Stell alle Mittel, die in deinen Objekten stehen, auf einen Tisch. Schreib zu jedem auf, gegen welche Schmutzart es da ist. Wo du es nicht sagen kannst, schlag im Sicherheitsdatenblatt und im Produktblatt nach.
  2. Diese Woche, 30 Minuten. Streich jedes Mittel, für das du keine Schmutzart benennen kannst, und jedes zweite, das dieselbe Schmutzart abdeckt wie ein anderes. Weniger Produkte heißt weniger Betriebsanweisungen und weniger Verwechslungen.
  3. Diese Woche, 15 Minuten je Objekt. Geh die drei häufigsten Reklamationen deiner letzten Monate durch und frag bei jeder: Falsche Schmutzartzuordnung, oder fehlende Zeit durch Chemie ersetzt?
  4. Vor der nächsten Einweisung, 30 Minuten. Erklär dem oder der Neuen die vier Faktoren an einem Beispiel aus dem eigenen Objekt — und sag denselben Satz dazu: Wenn du einen senkst, musst du einen anderen erhöhen.
  5. Einmalig, 1 Stunde. Hol dir für jeden Belag in deinen Objekten die Reinigungsanweisung des Belagsherstellers. Dort steht die Obergrenze der Chemie, nicht im Reinigerdatenblatt.

Zu diesem Kapitel

Status der Angaben: Die vier Faktoren des Sinnerschen Kreises und die Kompensationsaussage sind belegt, allerdings ausschließlich über Hersteller- und Schulungsliteratur (Kärcher 07/2022, Miele Professional 05/2023) — es gibt dafür keine Norm und kein berufsgenossenschaftliches Regelwerk. Die Zuschreibung an Herbert Sinner und die Originalpublikation von 1960 stammen aus einer Sekundärbeschreibung; der Originaltitel lag nicht vor. Die Systematik der Schmutzarten ist Fachkonvention, keine Norm: Weder die Ausbildungsverordnung noch das amtliche Berufsschul-Arbeitsmaterial zählen Schmutzarten auf. Offene Punkte: Für „eiweißhaltiger Schmutz” als eigene Schmutzart wurde keine Quelle der Reinigungsliteratur gefunden, nur der Eiweißfehler aus der Desinfektionslehre. Der Zielkonflikt zwischen dem Temperaturoptimum von Enzymreinigern (40 bis 60 °C) und der Vorgabe, Gebrauchslösungen grundsätzlich kalt anzusetzen, ist ungelöst. Keine Leistungswerte in m²/h, keine Dosierangaben, keine Einwirkzeiten — der Bundesinnungsverband schreibt selbst, dass allgemeine Quadratmeterleistungen sich nicht angeben lassen. Die Eingangssituation ist Autorenerfahrung als Betriebsinhaber (eine Kundenreklamation), kein ausgeführter Handgriff.

Vor Drucklegung zu prüfen: Originalpublikation H. Sinner, „Über das Waschen mit Haushaltwaschmaschinen” (1960), Titel und Fundstelle am Original verifizieren statt über die Sekundärbeschreibung. DGUV Regel 101-019 (Mai 2023) und DGUV Regel 108-003 (Oktober 2003) im Volltext gegenlesen; für 108-003 zusätzlich prüfen, ob ASR A1.5/1,2 „Fußböden” sie in Teilen überholt. § 7 Abs. 3 GefStoffV am Text von gesetze-im-internet.de prüfen. Ob die Kärcher-Praxisfibel in einer Fassung nach 07/2022 vorliegt.

Querverweise: Die Reinigungsarten und wo die Grenze zwischen ihnen liegt — Kapitel 2. Feuchtigkeitsgrade und Wischverfahren — Kapitel 3. Der pH-Wert und die saure wie alkalische Reserve sowie der Schadenskatalog Mittel × Belag — Teil II. Was nie zusammenkommen darf und die vollständigen Gefahrstoffpflichten — Teil III. Werkzeug, Pads und Maschinen — Kapitel 14. Was eine Leistung kostet und wie man sie kalkuliert: Aus Anfragen werden Aufträge, Kapitel 10.

Allgemeine Orientierung, keine Rechts-, Steuer- oder Arbeitsschutzberatung. Stand dieses Kapitels: 9. Oktober 2026.


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